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Für Orthopädische Schuheinlagen ab Jänner Kostenersatz

Keine österreichweite Tarifanpassung für Orthopädieschuhmacher erreicht: Vorarlberger Gebietskrankenkasse und heimische Orthopädieschuhmacher einigen sich
auf eine „Vorarlberger Lösung“ ganz im Sinne der Versicherten

Schuh

Die österreichische Wirtschaftskammer und der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger konnten sich in langwierigen Verhandlungen auf keine für die Orthopädieschuhmacher Vorarlbergs akzeptable Tarifanpassung bei Schuheinlagen einigen.


Die heimischen Orthopädieschuhmacher beklagen seit etlichen Jahren eine negative Tarifentwicklung. Bislang waren sie bereit, eine Versorgung zu gewähren, welche unter den reinen Produktionskosten lag. „Eine so massive Fehlentwicklung bei den Tarifen allein auf Kosten der Betriebe sowie deren Mitarbeiter kann aber auf Dauer nicht ohne Folgen bleiben“, informiert Berufsgruppensprecher Gerhard Fink. Die betroffenen Betriebe sahen sich daher gezwungen ihre jeweiligen Verträge mit der VGKK mit Ende Dezember 2017 aufzukündigen.


Für die Versicherten würde das bedeuten, dass sie ab dem kommenden Jahr die Kosten für ihre bezogenen Leistungen vorzufinanzieren hätten und die jeweilige Rechnung zur Rückerstattung bei der VGKK einreichen müssten.


In konstruktiven Gesprächen zwischen der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der VGKK konnte nunmehr eine Einigung erzielt werden: die Mitgliedsbetriebe rechnen weiterhin alle im Gesamtvertrag geregelten Leistungen – ausgenommen die orthopädischen Schuheinlagen – direkt mit der VGKK ab. Die Versicherten leisten dafür keine Vorfinanzierung.


Bei orthopädischen Schuheinlagen hingegen erhalten die Versicherten ab 1. Jänner 2018 eine Rechnung, die sie nach Bezahlung bei der VGKK zum Kostenersatz einreichen können. Um sich daraus ergebende Nachteile für die Versicherten abzufedern, hat die VGKK festgelegt, dass für orthopädische Schuheinlagen ab 1. Jänner 2018 eine Rückerstattung unter Ausschöpfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen erfolgen wird.


Mit der erzielten Einigung konnte für die Versicherten der Status Quo für sämtliche Leistungen erhalten werden. Für die orthopädischen Schuheinlagen haben wir unsere Möglichkeiten ausgeschöpft und die entstehende Situation zumindest entschärft“, stellt VGKK-Obmann Manfred Brunner dazu fest.


Laut Obmann Brunner sind derart individuelle und bedarfsorientierte Lösungen für unsere Versicherten nur durch die Eigenständigkeit und den Handlungsspielraum der Kasse möglich. Die in der politischen Diskussion stehende Zusammenlegung bzw. Zentralisierung der Gebietskrankenkassen würde solche Lösungen unmöglich machen!


19. Dezember 2017