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Diabetes in den Griff bekommen

2400 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger im Gesundheitsprogramm der VGKK

Blutzucker messen

Der diesjährige Weltdiabetestag ist speziell dem Thema „Diabetes und Frauen“ gewidmet. Wir, die VGKK, nehmen diesen Tag zum Anlass, um auf unser Gesundheitsprogramm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ hinzuweisen. Gleichzeitig laden wir alle Betroffenen ein, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen.


Seit rund acht Jahren widmet sich die soziale Krankenversicherung besonders den Diabetes Typ II-Erkrankten. Das eingangs angesprochene Gesundheitsprogramm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ ermöglicht diesen Patientinnen und Patienten eine intensive Betreuung durch den Hausarzt/die Hausärztin sowie den Internisten/die Internistin und vermittelt gleichzeitig mehr Wissen über die Krankheit. Dass das Programm ein Erfolg ist, hat eine repräsentative Evaluierung gezeigt.


In Vorarlberg beteiligten sich aktuell 2400 Patientinnen und Patienten am Programm. Sie alle sind bei speziell geschulten Ärzten eingeschrieben, die sie entsprechend dem Behandlungskonzept betreuen. Diabetes Typ II-Erkrankte können an Schulungen teilnehmen, welche derzeit zu je fünf Einheiten über das aks Vorarlberg abgewickelt und von Sozialversicherung und Land finanziert werden. Dieses Angebot wird weiter ausgebaut werden.


Das Behandlungskonzept von Therapie Aktiv folgt dem Prinzip des „Krankheitsmanagements“ (Disease Management Programm – DMP) und wird international für die Betreuung von chronisch Kranken eingesetzt. Die Patientinnen und Patienten können sich bei speziell ausgebildeten Allgemeinmedizinern und Fachärzten für Innere Medizin in das Programm einschreiben lassen. Gleichzeitig sprechen die Ärzte Betroffene konkret an. Nach Basisuntersuchung und Patienteninformation beginnt die strukturierte, kontinuierliche Betreuung. Die Patientinnen und Patienten werden aktiv in die Behandlung eingebunden. So werden zwischen Arzt und Patientinnen/Patienten Therapieziele vereinbart und auch Alternativen, wenn sich der Erfolg nicht einstellt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Programm erhalten zudem von der VGKK kostenlos die Blutzuckerteststreifen zur Verfügung gestellt.


Diabetes Typ II ist schon längst nicht mehr nur eine Alterskrankheit. Im Gegenteil, immer mehr 30- bis 40jährige erhalten diese Diagnose. Grund dafür ist, dass die Zahl der Menschen, die in jungen Jahren übergewichtig sind und Bewegungsmangel – beides gilt als Hauptursache von Diabetes Typ II – ständig zunimmt.


Eine Evaluierung des Programms hat im Übrigen gezeigt, dass es eine deutliche gesundheitliche Verbesserung von Typ II-Diabetikerinnen und –Diabetiker zur Folge hat und sowohl Sterblichkeit als auch Kosten gesenkt werden konnten und können. Die Medizinische Universität Graz hat über vier Jahre hinweg untersucht, ob die Versorgung von Diabetikerinnen/Diabetikern durch die Teilnahme am Programm verbessert und Spätfolgen etc. verringert werden können. Die Ergebnisse zeigen, dass im Programm betreute Diabetiker bei allen Zielgrößen besser abschneiden als nicht teilnehmende. Zum Beispiel treten Schlaganfälle und Herzinfarkte um ca. 10 Prozent weniger häufig auf und die Sterblichkeitsrate ist um 35 Prozent niedriger.


Das die Gesamtkosten pro Patientin/Patient anbelangt, liegen diese mit rund 8160 € bei der DMP-Gruppe um rund elf Prozent niedriger als bei der nicht betreuten Kontrollgruppe.


9. November 2017