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Krank im Urlaub – was tun?


Frau mit Kopfschmerzen im Flugzeug

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Krankenstand im Urlaub in bestimmten Fällen möglich

Eine Magen-Darm-Erkrankung in Frankreich, ein grippaler Infekt in Kroatien. Krank! Und das ausgerechnet im Urlaub. Jetzt stellt sich die Frage nach dem Krankenstand. Ist das im Urlaub überhaupt möglich? Die Antwort ist Ja, wenn die nachstehenden Voraussetzungen gegeben sind.


Versicherte können im Urlaub ‚arbeitsunfähig‘ gemeldet werden,

  • wenn die Erkrankung länger als drei Kalendertage dauert.
  • Die ärztliche Krankmeldung muss sofort – also noch am Urlaubsort – erfolgen. Nachträglich, also nach der Rückkehr nach Hause, ist das nicht mehr möglich.
  • Zudem muss der Dienstgeber unverzüglich über den Krankenstand informiert werden.


Einfacher ist die Abwicklung bei einem Urlaub in Österreich: Es gelten die gleichen Bestimmungen wie bei einer Krankmeldung am Wohnort.


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Krankmeldung in Staaten mit zwischenstaatlichem Abkommen

Bei einem Urlaub in den 28 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen und der Schweiz gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK). Diese befindet sich auf der Rückseite der e-card.


Auch in Bosnien-Herzegowina und Serbien gilt die EKVK beim Arztbesuch. Sie muss aber vor einer Behandlung beim zuständigen Krankenversicherungsträger vorgelegt werden – dieser stellt dann einen ortsüblichen Krankenschein aus. In der Türkei gilt der Urlaubskrankenschein, der gegen einen ortsüblichen Krankenschein eingetauscht werden muss. In der Regel verständigt der ausländische Krankenversicherungsträger die jeweilige Krankenkasse über den bestehenden Krankenstand.


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Krankmeldung in Staaten ohne Abkommen

In Ländern mit denen kein zwischenstaatliches Abkommen besteht (zum Beispiel in Asien, Afrika oder den USA) stellt der behandelnde Arzt/die behandelnde Ärztin auf Verlangen eine Bestätigung über die Arbeitsunfähigkeit (Krankenstand) aus. Diese sollte alle Merkmale enthalten:

  • Name und Geburtsdatum
  • Beginn Und Ende des Krankenstandes sowie
  • die Diagnose

 

Diese Bestätigung kann zu Hause an die VGKK übermittelt werden. Der ärztliche Dienst entscheidet dann über die Anerkennung des Krankenstandes. Diese Vorgangsweise ist auch dann anzuwenden, wenn die e-card oder der Urlaubskrankenschein nicht anerkannt werden. Das kann entgegen den Regeln leider vorkommen.


Die Krankenstands-Regelungen im Ausland gelten nur für Akut-Fälle. Wer sich gezielt für eine ärztliche Behandlung ins Ausland begibt, benötigt vorher die Zustimmung des ärztlichen Dienstes der VGKK.


Tipp

Hinweis: 
Es gibt Behandlungskosten, die nicht bzw. nicht immer zur Gänze von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Die VGKK empfiehlt deshalb den Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung. Solche Angebote gibt es zum Beispiel bei Autofahrerorganisationen (ARBÖ, ÖAMTC), Alpinvereinen (Naturfreunde, Alpenverein etc.) und Kreditkartenunternehmen. Eine Urlaubskrankenversicherung deckt auch eventuelle Selbstbehalte und einen Heimtransport bei Unfällen und schweren Erkranungen ab.