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Ausbau der Rehabilitation in Vorarlberg

Neue Projekte für eine optimale Gesundheitsversorgung

Pressekonferenz Rehabilitation

Vorarlberg bekommt die erste stationäre Rehabilitation für psychiatrische Erkrankungen und das erste ambulante Rehabilitationszentrum. „Vorarlbergs Einsatz für eine österreichweit ausgewogene Verteilung der stationären Reha-Plätze hat sich ausgezahlt", betonen Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrat Christian Bernhard. Im Zuge eines Ausschreibungsverfahrens hat die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) dem Land weitere stationäre Reha-Plätze zuerkannt. "An der Reha-Klinik Montafon können nunmehr zusätzliche 62 Betten für psychiatrische Rehabilitation eingerichtet werden", freuen sich Wallner und Bernhard über die richtungweisende Entscheidung im Sinne der Vorarlberger Patientinnen und Patienten. Nun werden zügig die erforderlichen baulichen Maßnahmen in Angriff genommen.


„Die Rehabilitation ist von der eigentlichen Krankenbehandlung und der Kurbehandlung zu unterscheiden und betrifft im Wesentlichen alle medizinischen Maßnahmen zur Wiedereingliederung in den Alltag oder das berufliche Leben“, sagt Landesrat Bernhard. „Je nach Grunderkrankung hat die Rehabilitation einen fachspezifischen Schwerpunkt – im Montafon werden nun zusätzlich zu den 150 bestehenden kardiologischen, orthopädischen und neurologischen Reha-Betten 62 psychiatrische Reha-Betten errichtet.“


Der Rehabilitationsprozess folgt im Anschluss an die Krankenbehandlung in einem Akutkrankenhaus oder nach akuter Krankenbehandlung im extramuralen Bereich und wird stationär oder ambulant durchgeführt, er dauert in der Regel 6 Wochen.


Ziel einer Rehabilitation und gesetzlicher Auftrag der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) ist es, Menschen nach einer schweren Erkrankung wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.


Mehr als 130.000 Rehabilitationen führt die PVA pro Jahr in den 17 eigenen Einrichtungen und in Häusern von Vertragspartnern jährlich durch. Von den 17 Häusern sind derzeit 15 stationäre Einrichtungen und zwei ambulante Rehabilitationszentren (in Wien und Graz).


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Psychiatrische Rehabilitation

In weiten Teilen Österreichs wurde in den vergangenen Jahren ein erhöhter Bedarf an stationären Kapazitäten in der Indikation „Psychiatrie“ festgestellt. Auch die Zahlen bei RehabilitationsgeldbezieherInnen, die diesen Bezug auf Grund einer psychiatrischen Krankheit erhalten, ist steigend. Aus diesem Grund hat die PVA im Jahr 2017 ein Zertifizierungsverfahren gestartet und baut das Angebot im Bereich der psychiatrischen Rehabilitation deutlich aus.

Rehageld-Bezieher

Knapp 10 Prozent aller von der PVA durchgeführten Rehabilitationsverfahren machte im Jahr 2018 die psychiatrischen Rehabilitationen aus. Damit wird diese Indikation hinter der orthopädischen, der kardiologischen und der neurologischen Rehabilitation am vierthäufigsten durchgeführt.

Durchgeführte Rehabilitationen

In Vorarlberg sind die Zahlen ähnlich. Auch hier sind etwa 10 Prozent der Rehabilitationen auf psychiatrische Krankheiten zurückzuführen.


In der Versorgungszone West (Vorarlberg und Tirol) wurde insgesamt ein Bedarf von 88 zusätzlichen Betten festgestellt. Davon werden den Patientinnen und Patienten Vorarlberg 62 zur Verfügung stehen. In Vorarlberg wird damit erstmals eine stationäre psychiatrische Rehabilitation angeboten und zwar in der Rehabilitationsklinik Montafon in Schruns. Es ist vorgesehen, dass sämtliche Vertragspartner bis Mitte 2020 in Vollbetrieb gehen.


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Ambulante Rehabilitation

Vorarlberg ist seit vielen Jahren Vorreiter im Bereich der ambulanten Rehabilitation. Auf Initiative des Landes wurde bereits vor etwa 30 Jahren eine ambulante neurologische Rehabilitation etabliert und wird seither ausschließlich aus Mitteln des Sozialfonds, der ausschließlich von Land und Gemeinden finanziert wird, bezahlt. Aktuell betragen die Aufwendungen für die Angebote der aks gesundheit GmbH (6 Standorte) und der smo – Neurologische Rehabilitation (4 Standorte) etwa 5 Millionen Euro jährlich.


Nunmehr wird auch von der Sozialversicherung der ambulanten Rehabilitation große Bedeutung beigemessen. Wenn aufgrund medizinischer, beruflicher oder privater Notwendigkeit kein stationärer Aufenthalt nötig, möglich oder gewünscht ist, steht künftig in Vorarlberg auch ein ambulantes, von der Soialversicherung finanziertes Rehabilitationszentrum zur Verfügung.


An den Standorten Feldkirch und Bregenz sind im Rehaplan 2016 jeweils Rehabilitationszentren vorgesehen. Die Ausschreibung für den Standort Bregenz läuft und soll Ende 2019 abgeschlossen sein, sodass einer Inbetriebnahme 2020 nichts im Wege stehen dürfte.


Im geplanten ambulanten Rehabilitationszentrum werden mehrere Indikationen angeboten werden, geplant sind Angebote betreffend Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparat sowie Rheumatologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Neurologie, Onkologie, Psychiatrie, Pulmologie bzw Lungenheilkunde sowie Angebote betreffend Erkrankungen des Stoffwechselsystems und Verdauungsapparates.


In Vorarlberg haben sich drei Interessenten für die Etablierung eines ambulanten Rehabilitationszentrums beworben.


Voraussetzungen

  • Ein genehmigter Reha-Antrag: Erster Ansprechpartner ist Ihr behandelnder Arzt bzw. Ihre behandelnde Ärztin
  • Ein passendes ambulantes Angebot für das Gesundheitsproblem
  • Die individuelle Anreise zur jeweiligen Reha-Einrichtung muss mehrmals pro Woche möglich sein. Daher sollen mehr regional verteilte ambulante Rehabilitationzentren errichtet werden.


Karte Eignungszonen ambulante Reha

Die Zahl der ambulanten Rehabilitationen ist stark ansteigend. Eine ambulante Rehabilitation bietet eine Vielzahl von Vorteilen, etwa die Möglichkeit eines Verbleibs im beruflichen und/oder privaten Umfeld). Außerdem sind längerfristige Betreuungen und die Überprüfung der Nachhaltigkeit leichter und besser möglich.


„Mehr als 130.000 Menschen profitieren schon heute von den Rehabilitationsmaßnahmen der Pensionsversicherungsanstalt. Mit dem Ausbau der Rehabilitation in Vorarlberg wird ein weiterer wichtiger Schritt zu einer verbesserten Gesundheitsversorgung getätigt“, sagt Manfred Anderle, Obmann der Pensionsversicherungsanstalt.


„Selbstverständlich“, so Manfred Brunner, Obmann Vorarlberger Gebietskrankenkasse, „werden die Angebote auch den Patientinnen und Patienten, die einen Antrag auf Rehabilitation auf Grund ihres Versicherungsverhältnisses über die Vorarlberger Gebietskrankenkasse stellen, zur Verfügung stehen. Die notwendigen Vorarbeiten (Verträge etc.) werden zeitgerecht über die Bühne gebracht werden.“