DRUCKEN

Aufgepasst bei Ferialjobs

Ferialjobs

Ferialjobs sind eine sehr gute Möglichkeit, um über die Ferien die Geldbörse etwas aufzubessern oder um in einen bestimmten Arbeitsbereich hinein zu schnuppern. In wenigen Wochen werden wieder zahlreiche Schülerinnen / Schüler, Studentinnen / Studenten diese Möglichkeit nutzen. Damit die Ferialbeschäftigung aber nicht zum finanziellen Flop wird, nachstehend einige Tipps.


Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob es sich bei der Beschäftigung um ein Praktikum, eine Ferialarbeit oder ein Volontariat handelt. Daraus ergeben sich die jeweiligen sozialversicherungsrechtlichen Verpflichtungen und Ansprüche.


Ferialarbeiter und -angestellte

Die meisten Schülerinnen / Schüler und Studentinnen / Studenten wollen sich in den Ferien ihr Taschengeld aufbessern. Sie sind Dienstnehmerinnen / Dienstnehmer und damit beitrags- und leistungsrechtlich wie diese zu behandeln. Das heißt, wie alle anderen Arbeiterinnen / Arbeiter und Angestellten eines Betriebes haben sie Anspruch auf eine kollektivvertragliche Bezahlung. Dazu zählen auch Sonderzahlungen, Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Bei einem monatlichen Entgelt über der Geringfügigkeitsgrenze (446,81 Euro) sind sie kranken-, unfall- und pensionsversichert.


Wird dieser Betrag nicht überschritten, sind Ferial-Beschäftigte nur gegen Arbeitsunfälle versichert. Die vorhandene Krankenversicherung – zum Beispiel im Rahmen der Mitversicherung bei einem Elternteil – bleibt in dem Fall aufrecht. Um die Anmeldung zur Sozialversicherung hat sich der Dienstgeber zu kümmern.


Praktikanten

Ein wenig anders ist die Sache, wenn der Sommerjob ein Pflichtpraktikum ist. Diesen „echten“ Praktikantinnen / Praktikanten wird von ihrer Ausbildungseinrichtung ein Praktikum verpflichtend vorgeschrieben. Arbeitsrechtliche Ansprüche auf Entgelt, Urlaub, etc. gibt es in diesem Fall nicht. „Echte“ Praktikantinnen und Praktikanten unterliegen für die Dauer ihrer Tätigkeit automatisch der Schüler- beziehungsweise Studentenunfallversicherung.


Bezahlen Dienstgeber ihren Praktikantinnen / Praktikanten ein freiwilliges Taschengeld, gelten diese als Dienstnehmerinnen / Dienstnehmer und sind bei der Sozialversicherung anzumelden. Auch hier gilt die Geringfügigkeitsgrenze. Wird sie überschritten, besteht eine Vollversicherung. Das heißt, der Praktikant ist kranken-, unfall- und pensionsversichert. Ist das nicht der Fall, liegt nur die Unfallversicherungspflicht vor; bei der Krankenversicherung gilt dieselbe Regel wie bei den Ferialjobs. Achtung: Praktikantinnen / Praktikanten im Gastgewerbe gelten immer als Dienstnehmerinnen / Dienstnehmer.


Volontäre

Volontäre sind Schülerinnen / Schüler oder Studentinnen / Studenten, die ihre Schulausbildung beziehungsweise ihr Studium abgeschlossen haben und in ihren möglichen Traumberuf hineinschnuppern wollen. Wie beim Pflichtpraktikum steht der Lern- und Ausbildungszweck im Vordergrund. Es darf keine Arbeitsverpflichtung, keinen Entgeltanspruch und keine Eingliederung in den Betrieb bestehen. Im Gegensatz zum Praktikum ist das Volontariat freiwillig. Volontäre sind direkt bei der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) an- und abzumelden. Für die Krankenversicherung gilt dasselbe wie für Ferialjobs und Praktika. Wird ein Taschengeld bezahlt, das die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet oder handelt es sich um ein normales Arbeitsverhältnis, ist eine Anmeldung zur Vollversicherung, also Kranken- Unfall- und Pensionsversicherung, notwendig.


Für alle Fragen im Zusammenhang mit den verschiedenen Varianten stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VGKK-Hauptstelle in Dornbirn sowie in den Servicestellen gerne zur Verfügung.


7. Juni 2019