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Ärztlicher Nachtbereitschaftsdienst wird neu organisiert

Neuorganisation

Der bestehende ärztliche Nachtbereitschaftsdienst wird ab Oktober 2019 neu aufgestellt. Der entsprechende Beschluss wurde im Rahmen der Landeszielsteuerung von Land und Sozialversicherungsträgern gefasst. Für die Bevölkerung heißt das, dass für gesundheitliche Beschwerden in der Nacht primär die telefonische Gesundheitsberatung 1450 als erste Ansprechstelle kurzfristig erreichbar sein wird.


Wenn sich im Rahmen dieser Beratung herausstellt, dass eine zeitnahe ärztliche Abklärung notwendig ist, erfolgt die Vermittlung des Patienten zum eingeteilten Nachtbereitschafts-Arzt direkt durch die telefonische Gesundheitsberatung 1450. Die jeweils eingeteilten Ärztinnen und Ärzte stehen den Patientinnen und Patienten in diesen Fällen für telefonische Beratungen, falls erforderlich für Behandlungen in der Ordination oder wenn notwendig für Hausbesuche zur Verfügung.


Für die Nachtbereitschaftsdienste können sich Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle Vorarlberg (RFL) elektronisch in den Bereitschaftsdienstkalender eintragen. Möglich ist das für Vertrags-, Spitals- und Wahlärzte.


Das Land und die VGKK verfolgen mit diesen Maßnahmen zwei Ziele. „Einerseits ist mit der Nachtbereitschaft neu eine Verbesserung der Versorgung unserer Versicherten verbunden“, erklären Landesrat Dr. Christian Bernhard und VGKK-Obmann Manfred Brunner. „Andererseits wird das System des hausärztlichen Kassenvertrags durch das neue Nachtbereitschaftssystem im Hinblick auf eine ausgewogene Work-Life-Balance attraktiver.“ Aus Sicht von VGKK-Obmann Manfred Brunner ist die nun getroffene Vereinbarung -

  • nach der Einführung verschiedener Job-Sharing-Modelle,
  • nach Einführung der Lehrpraxis,
  • der neuen Möglichkeit der Anstellung von Ärztinnen und Ärzten bei Ärztinnen und Ärzten und
  • tariflichen Verbesserungen insbesondere für Hausärztinnen und -ärzte 

- ein weiterer Schritt zur langfristigen Sicherstellung einer flächendeckenden hausärztlichen Versorgung im Land. Laut Landesrat Dr. Bernhard entspricht dieses neue Nachtbereitschaftsmodell dem Ziel der Leitung der Patientinnen und Patienten zum Best Point of Service. „Positiv sollte sich die Neuregelung zudem auf die Entlastung der Spitalsambulanzen auswirken“, so Landesrat Dr. Bernhard.


Der Projektstart ist für 01.10.2019 vorgesehen. Nach einer befristeten Projektphase von zwei Jahren erfolgt 2021 eine Evaluierung. Die Kosten für die Nachtbereitschaft neu werden sich für die VGKK auf jährlich rund 450.000 Euro belaufen. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Innovationstopfes der VGKK und der Vorarlberger Ärztekammer. Für das Land und die Gemeinden ist – zusätzlich zu den bereits auflaufenden 1,3 Millionen Euro für ärztliche Bereitschaftsdienste zur Abdeckung öffentlich rechtlicher und kurativer Versorgungsaufgaben – mit weiteren Mehrkosten von 200.000 Euro jährlich zu rechnen.


Im Bregenzerwald und in der Region Lech/Zürs bleibt die bisherige Nachtbereitschaftsregelung bestehen, da diese Regionen bereits mit einer 24-Stunden-Abdeckung versorgt sind. Die Versorgung im Kleinwalsertal ist aufgrund der geografischen Lage grenzüberschreitend geregelt.


06.05.2019