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Kinderbetreuungsgeld-Reform greift für Geburten ab 1. März 2017

Kinderbetreuungsgeld-Konto ersetzt Pauschalmodelle –Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld bleibt erhalten

Mutter und ihr Baby

Das Kinderbetreuungsgeld wird für Geburten ab 1. März 2017 auf neue Beine gestellt. Aus den aktuell vier Pauschalvarianten wird ein flexibles Kinderbetreuungsgeld-Konto. Unverändert bestehen bleibt das
einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld. Neu hinzu kommt bei beiden Möglichkeiten der Partnerschaftsbonus.


Grundsätzlich bedeutet die Systemumstellung, dass Eltern künftig selbst entscheiden, wie lange sie Kinderbetreuungsgeld beziehen wollen. Die Bezugsdauer kann flexibel zwischen rund 12 Monaten und 28 Monaten für einen Elternteil und 15,5 Monate bis 35 Monate für beide Elternteile gewählt werden. Der
Betreuungsanteil für den zweiten Elternteil (meist handelt sich dabei um den Vater) wird dabei von 16 auf 20 Prozent angehoben.


Unabhängig von der Bezugsdauer erhalten Eltern eine Gesamtsumme in Höhe von max. 15.449 Euro. Dazu kommen noch ein Partnerschaftsbonus (je 500 Euro für beide Elternteile), wenn man sich die Betreuung im Verhältnis von 50:50 oder mindestens 60:40 teilt. Die Auszahlungen vom Kinderbetreuungsgeld-Konto erfolgen monatlich, eine Einmalauszahlung ist nicht möglich.


Die Neuregelung bringt auch die Möglichkeit eines Wechsels der Anspruchsdauer mit sich. Dies kann einmal gemacht werden und zwar bis rund drei Monate vor Ablauf der ursprünglich gewählten Anspruchsdauer. Um den Übergang von einem Betreuungsteil auf den anderen zu erleichtern, kann künftig gleichzeitig bis zu 31 Tage Kinderbetreuungsgeld bezogen werden.


Für Alleinerziehende wird das Kinderbetreuungsgeld in besonderen Härtefällen um drei Monate (derzeit sind es zwei) verlängert sowie die Einkommensgrenze auf 1400 Euro (um 17 Prozent) erhöht. Keine Veränderung gibt es bei den Regelungen zu Zuverdienst: auch beim Kinderbetreuungsgeld-Konto ist ein Zuverdienst in Höhe von max. 60 Prozent der Letzteinkünfte möglich. Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld beträgt die Zuverdienstgrenze 6800 Euro (für 2017).


Eine weitere Neuerung ist die „Familienzeit“. Väter können innerhalb eines Zeitraumes von 91 Tagen nach der Geburt eines Kindes zwischen 28 und 31 Tage lang durchgehend zu Hause bleiben. Sie erhalten dafür einen Familienzeitbonus von rund 700 Euro. Während dieser Zeit besteht eine Kranken- und
Pensionsversicherung. Allerdings gibt es keinen Rechtsanspruch auf „Familienzeit“. Der Arbeitgeber muss ausdrücklich zustimmen. Auch gilt kein besonderer Kündigungsschutz.


20. Jänner 2017