Werden für einen Dienstgeber mehrere geringfügig Beschäftigte tätig, so ist die Summe der monatlichen allgemeinen Beitragsgrundlagen (ohne Sonderzahlungen) dieser Dienstnehmer und freien Dienstnehmer im Kalendermonat zu ermitteln.

Übersteigt die sich ergebende Summe das Eineinhalbfache der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze (2017: EUR 638,55), hat der Dienstgeber zusätzlich zum Unfallversicherungsbeitrag in der Höhe von 1,30 % eine pauschalierte Dienstgeberabgabe in der Höhe von 16,40 % (KV 3,85 % und PV 12,55 %) zu entrichten.

Beitragsgrundlage für die Dienstgeberabgabe ist die Summe aller Entgelte (einschließlich der Sonderzahlungen nach § 49 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz) der geringfügig beschäftigten Personen.

Selbstabrechner (Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge im Lohnsummenverfahren) können die Dienstgeberabgabe auch monatlich abrechnen!

Die Gebietskrankenkassen heben diese Abgabe im übertragenen Wirkungsbereich für den Bund ein. Sie ist zweckgewidmet und dient der Finanzierung der Pensionsversicherung (zu 76,50 %) und der Krankenversicherung der geringfügig Beschäftigten (zu 23,50 %).

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Für eine kürzer als einen Monat vereinbarte geringfügige Beschäftigung gilt:

  • Wenn nur die Unfallversicherung zu verrechnen ist, ist auf der Beitragsnachweisung die Beitragsgruppe der geringfügigen Beschäftigung zu verwenden (auch bei einem Beitrag von € 0,00, also für Personen ab Vollendung des 60. Lebensjahres).
  • Wenn auch die Dienstgeberabgabe zu verrechnen ist, ist auf der Beitragsnachweisung zusätzlich die Verrechnungsgruppe N64 anzugeben (unabhängig vom Alter des Versicherten).
  • Die Verrechnungsgruppen N72 und N74 dürfen in Zusammenhang mit einer kürzer als einen Monat vereinbarte Beschäftigung nicht verwendet werden.
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Für eine nicht kürzer als einen Monat vereinbarte geringfügige Beschäftigung gilt:

  • Für Versicherte vor Vollendung des 60. Lebensjahres kommt nur die normale Beitragsgruppe zur Anwendung, wenn keine Dienstgeberabgabe anfällt, selbiges gilt auch für Versicherte ab Vollendung des 60. Lebensjahres.
  • Für Versicherte vor Vollendung des 60. Lebensjahres mit Dienstgeberabgabe gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Verwendung der normalen Beitragsgruppe und zusätzliche Verwendung der Verrechnungsgruppe N64 oder
    •  nur Verwendung der Verrechnungsgruppe N72.
  • Für Versicherte ab Vollendung des 60. Lebensjahres mit Dienstgeberabgabe kommt nur die Verrechnungsgruppe N74 (ohne normale Beitragsgruppe) zur Anwendung.

Treffen die Voraussetzungen für die Dienstgeberabgabe nicht zu, sind für die Abrechnung der Beiträge für geringfügig beschäftigte Personen ab Vollendung des 60. Lebensjahres in den Beitragsgruppen N14u, N24u, L14u, M24u, N14o, N24o, L14o und M24o die Summen der allgemeinen Beitragsgrundlagen und Sonderzahlungsgrundlagen der jeweiligen Beitrags­gruppe anzuführen - als Prozentsatz setzen Sie in diesem Falle 0,00 % und als Beitrag € 0,00 ein. Siehe nachfolgendes Beispiel:

Beispiel:

  • Geringfügig beschäftigter Arbeiter, Geburtsdatum: 1.7.1957
  • Beitragsverrechnung durch den Dienstgeber (Selbstabrechner)
  • Anmeldung per 1.12.2013 in Beitragsgruppe N14
  • 1.1.2017 - 30.6.2017 Lohn monatlich € 100,00
  • Urlaubsgeld Juni 2017 € 100,00
  • 1.7.2017 - 31.12.2017 Lohn monatlich € 200,00
  • Weihnachtsgeld Dezember 2017 € 200,00


Lösung

  • Änderungsmeldung durch den Dienstgeber: N14u ab 1.7.2017
  • Beitragsnachweisung 12/2017


BeitragsgruppeN14 N14u
Summe der allgemeinen Beitragsgrundlagen€ 600,00
 € 1.200,00
Summe der ­Sonderzahlungen 
€ 100,00 € 200,00
Gesamtsumme je Beitragsgruppe
€ 700,00 € 1.400,00
Prozentsatz1,30 % 0,00 %
Gesamtbeiträge (­Dienstgeber- und Versichertenbeiträge)€ 9,10 € 0,00


  • Lohnzettel SV durch den Dienstgeber für den Beitragszeitraum 01 - 12/2017
  • Allgemeine Beitragsgrundlage: € 1.800,00
  • Beitragsgrundlage Sonderzahlungen: € 300,00