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Auslandstätigkeit


Bereits im Jahre 1971 wurden von Seiten der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) Bestimmungen über die Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit für Arbeitnehmer und Selbständige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, verfasst (EWG-Verordnung 1408/71). Aufgrund von Abkommen zwischen EU und EWR sowie EU - Schweiz finden diese Bestimmungen mittlerweile auch auf Tätigkeiten in der Schweiz und in Liechtenstein Anwendung.

Die Bestimmungen dieses nahezu 40 Jahre alten Gesetzeswerkes wurden mit der am 1.5.2010 in Kraft getretenen Verordnung (EG) Nr. 883/2004 den laufenden Entwicklungen auf Gemeinschaftsebene angepasst. Diese Verordnung gilt für Tätigkeiten in EU-Staaten bzw. seit 01.04.2012 für Tätigkeiten in der Schweiz und seit 01.06.2012. für solche in Liechtenstein und dem EWR-Raum.


Aus versicherungs- und beitragsrechtlicher Sicht sind für Dienstgeber diejenigen Bestimmungen der Verordnungen von Bedeutung, die folgende Sachverhalte umfassen:

  • Entsendung ins Ausland
  • mehrere gleichzeitig ausgeübte Erwerbstätigkeiten in verschiedenen Staaten


Aufgrund der Komplexität dieses Themas hat eine Kooperationsgemeinschaft, in der auch unsere Kasse vertreten war, einen Leitfaden unter dem Titel Auslandstätigkeit: Wer ist wo versichert? zusammengestellt. Diesen können Sie in der  DGservice Sonderausgabe ansehen.

linkAuslandstätigkeit: Wer ist wo versichert? - PDF (1.5 MB)  

linkAuslandstätigkeit: Wer ist wo versichert? - Flipbook  


Weiters gibt es einen Fragen-Antworten Katalog zu Auslandstätigkeiten.

linkFragen-Antworten-Katalog zur Europäischen Sozialversicherung - Flipbook  

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Entsendung ins Ausland

Die Frage, wann eine Entsendung vorliegt, wird in der Sonderausgabe DGservice - EU-Verordnung bzw. im Fragen-Antworten-Katalog zur Europäischen Sozialversicherung (siehe oben), ausführlich behandelt.

Wenn ein Dienstnehmer zur Verrichtung seiner Tätigkeit vorübergehend in ein anderes Land (EU, Schweiz, Liechtenstein, EWR-Raum) entsendet wird, ist den Behörden des Staates, in den die Entsendung erfolgt, die Gültigkeit der österreichischen Rechtsvorschriften mit dem Formular A1 nachzuweisen.

Dieses Formular wird von unserer Kasse über Antrag ausgefüllt. Um eine rasche Erledigung zu gewährleisten, ist der Antrag grundsätzlich mittels Elektronischem Datenaustausch (Elda) zu übermitteln. Falls Ihr Personalverrechnungsprogramm diese Funktion nicht unterstützt, können Sie die Übermittlung unter Eingabe der entsprechenden Daten über unsere Elda-Software durchführen. Für Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Elda-Hotline (T: 050 84 55 DW 1321 bzw. DW 1342).

Ansonsten können Sie für den Antrag nachstehendes Formular verwenden. Bitte senden Sie den Antrag per e-Mail an beitragsabteilung@vgkk.at.

linkAntragsformular - Entsendung eines Arbeitnehmers in einen anderen Mitgliedsstaat (95.0 KB)

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Mehrere gleichzeitig ausgeübte Erwerbstätigkeiten in mehreren Staaten - für einen Arbeitgeber

Wenn ein Dienstnehmer mit Wohnort in Österreich für seinen Arbeitgeber gewöhnlich in zwei oder mehreren Staaten tätig ist, wobei er in Österreich zumindest 25% seiner Tätigkeit ausübt, unterliegt er mit seiner gesamten Tätigkeit den österreichischen Rechtsvorschriften. Es muss den Behörden im Ausland (EU, Schweiz, Liechtenstein, EWR-Raum) ebenso wie bei einer Entsendung mit dem Formular A1 die Anwendbarkeit der österreichischen Rechtsvorschriften bescheinigt werden.

Wenn Sie eine solche Bescheinigung benötigen, füllen Sie bitte nachstehendes Antragsformular aus und übermitteln es per e-Mail an beitragsabteilung@vgkk.at  

linkAntragsformular - Beschäftigung in mehreren Staaten - für einen Arbeitgeber (106.0 KB)  

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Mehrere gleichzeitig ausgeübte Erwerbstätigkeiten in mehreren Staaten - für mehrere Arbeitgeber

Wenn ein Dienstnehmer in Österreich wohnt, bei einem Dienstgeber in Österreich beschäftigt ist und daneben bei einem weiteren Dienstgeber im Ausland eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausübt, so gilt Folgendes:

  • Die ausländische Beschäftigung wird in einem EU-, EWR-Staat oder der Schweiz ausgeübt und der Dienstnehmer ist in Österreich wesentlich (mindestens zu 25 %) tätig: es sind für beide Erwerbstätigkeiten die österreichische Rechtsvorschriften anzuwenden.
  • Die ausländische Beschäftigung wird in einem EU-, EWR-Staat oder der Schweiz ausgeübt und der Dienstnehmer ist in Österreich nicht wesentlich (weniger als 25 %) tätig: es sind für beide Erwerbstätigkeiten die ausländische Rechtsvorschriften anzuwenden.


Die Anwendbarkeit der Rechtsvorschriften muss den Behörden im Beschäftigungsstaat (EU, Schweiz, Liechtenstein, EWR-Raum) ebenfalls mit dem Formular A1 bescheinigt werden. Dafür ist dieses Antragsformular zu verwenden.

linkAntragsformular - Beschäftigung in mehreren Staaten - für mehrere Arbeitgeber (227.0 KB)  


Für weitere Informationen dazu wenden Sie sich bitte direkt an uns.
Tel.: 0043 50 84 55-1304; e-mail: beitragsabteilung@vgkk.at

Allerdings besteht die Möglichkeit einer Vereinbarung zwischen Dienstnehmer und (ausländischem) Dienstgeber, dass der Dienstnehmer die Meldungserstattung und Beitragszahlung übernimmt. Das Formular dafür finden Sie hier:

linkAuslandstätigkeit in EU, Schweiz, Liechtenstein, EWR - Vereinbarung nach Art. 21 der VO 987-2009 - Meldungserstattung und Beitragszahlung durch Arbeitnehmer (17.7 KB)  


Wenn auf ein im Ausland ausgeübtes Dienstverhältnis die österreichischen Rechtsvorschriften anzuwenden sind und der Dienstnehmer sein Entgelt nicht in Euro erhält, so muss dieses für die Abrechnung der österreichischen Sozialversicherungsbeiträge in Euro umgerechnet werden. Die Umrechnung hat ab dem 01.04.2015 mit dem von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Tageskurs zu erfolgen. Diesen Wert können Sie unter folgender Webseite abrufen:

linkhttp://www.oenb.at/Statistik/Standardisierte-Tabellen/zinssaetze-und-wechselkurse/Wechselkurse/T-gliche-Referenzkurse-der-EZB.html