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Heilbehelfe und Hilfsmittel - Allgemeines


Heilbehelfe und Hilfsmittel werden nur über ärztliche Verordnung in einfacher und zweckentsprechender Ausführung gewährt.  

 

Als Heilbehelfe und Hilfsmittel gelten beispielsweise:

  • Rollstühle
  • Körperersatzstücke (Prothesen)
  • Bruchbänder
  • Brillen
  • Schuheinlagen
  • Hörgeräte
  • Orthopädische Schuhe usw.


Grundsätzlich werden die Produkte nach vertraglich geregelten Tarifen als Sachleistung durch die Vertragspartner abgegeben. Davon ausgenommen sind:

  • Leihgeräte
  • Verbandstoffe und Produkte zur Wundversorgung
  • Produkte zur Problemwundbehandlung
  • Produkte zur Diabetikerversorgung (weitere Informationen hierzu siehe rechts oben unter "Mehr zum Thema")
  • Produkte zur Colostomie-, Ileostomie- und Urostomieversorung
  • Produkte zur Inkontinenzversorung (weitere Informationen hierzu siehe rechts oben unter "Mehr zum Thema")
  • Produkte zur Decubitusversorgung


Diese Behelfe können direkt über die Vorarlberger Gebietskrankenkasse (Ausgabestelle) bezogen werden. Reparaturkosten werden bis zur jeweiligen satzungsmäßigen Höchstgrenze übernommen, wenn diese aus besonderen Gründen ohne Verschulden des Leistungswerbers notwendig geworden sind. Wird ein medizinisch entsprechendes, aber teureres Produkt gewünscht, so wird eine Kostenerstattung in Höhe von 80 % des durchschnittlichen Vertragstarifes erstattet.

Für weitere Informationen verweisen wir auf die Krankenordnung und die Satzung der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (siehe recht oben unter "Mehr zum Thema").

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Kostenbeteiligung

Die Kosten für Heilbehelfe und Hilfsmittel werden bis zur jeweiligen satzungsmäßigen Höchstgrenze übernommen, wobei eine Kostenbeteiligung der Versicherten in Höhe von 10 % der Kosten (gerundet auf Cent), mindestens aber € 32,40 (für Brillen und Kontaktlinsen mindestens € 97,20) je Heilbehelf/Hilfsmittel vorgesehen ist.

Bei Angehörigen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben und nicht selbst einer gesetzlichen Krankenversicherung unterliegen, beträgt der Selbstbehalt für Brillen und Kontaktlinsen 10% des Brutto-Tarifes. Der Mindestkostenanteil für diese Angehörigengruppe beträgt € 32,40. Diese Bestimmung ist bei folgenden Angehörigen anzuwenden: Eheliche Kinder, uneheliche Kinder, legitimierte Kinder, Wahlkinder, Stiefkinder, Enkel und Pflegekinder - sofern sie die im § 123 ASVG angeführten Kriterien erfüllen.

Für ständig benötigte Heilbehelfe und Hilfsmittel bzw. Verbrauchsmaterialien und Versorgungsmittel (z.B. Einmalwindeln, Zellstoff, Katheter, Harnsäckchen usw.), die nur einmal oder nur kurzfristig verwendet werden können und daher in der Regel mindestens einmal im Monat erneuert werden müssen, ist ein Kostenanteil von 10 % (gerundet auf Cent) vom Versicherten zu tragen. Der Mindestselbstbehalt gelangt für solche Artikel nicht zur Anwendung.


Befreiung:

Folgende Versicherte sind vom Kostenanteil zur Gänze ausgenommen:

a) Versicherte (Angehörige), die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,

b) Versicherte (Angehörige), die als Behinderte wegen Gebrechen Anspruch auf die erhöhte Familienbeihilfe im Sinne des § 8 Abs.4 bis 7 des Familienlastenausgleichsgesetzes haben,

c) Versicherte (Angehörige), die auf Grund einer besonderen sozialen Schutzbedürftigkeit "rezeptgebührenbefreit" sind. Tritt hingegen die Rezeptgebührenbefreiung wegen Überschreitung der Rezeptgebührenobergrenze (REGO) ein, so ist die Kostenbeteiligung für Heilbehelfe und Hilfsmittel dennoch zu entrichten.

Diesen Personenkreis trifft eine Kostenbeteiligung nur dann, wenn die Kosten den durch die Satzung festgelegten Höchstbetrag übersteigen.


Befreiung bei bestimmten Heilbehelfen/Hilfsmitteln:

Kein Kostenanteil ist für Heilbehelfe oder Hilfsmittel einzuheben, die

  • von der VGKK als Leihbehelfe selbst ausgegeben werden,
  • im Rahmen des Ordinationsbedarfes den Ärzte zur Verfügung gestellt werden,
  • im Rahmen des Hauskrankenpflegebedarfes den Hauskrankenpflegevereine zur Verfügung gestellt werden,
  • den Krankenanstalten zur Verfügung gestellt werden,
  • zur Applikation von Arzneien dienen (z.B. Einmalspritzen)
  • im Rahmen der "Medizinische Maßnahmen der Rehabilitation" gewährt werden. Übersteigt das abgegebene Produkt jedoch eine einfache, ausreichende und zweckmäßige Ausführung, sind die dadurch bedingten Mehrkosten von den Versicherten zu übernehmen.


Für orthopädische Schuhe, Anti Varus Schuhe, Korsettschuhe und ICP-Schuhe ist auch bei Vorliegen einer der angeführten Befreiungsgründe jedenfalls eine Kostenbeteiligung (Eigenanteil) in Höhe von € 36,34 vorgesehen.

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Leihgeräte

Nach Vorlage einer ärztlichen Verordnung können folgende Hilfsmittel kostenlos und leihweise für die Dauer der Notwendigkeit zur Verfügung gestellt werden:

  • Absauggerät
  • Atemüberwachungsgerät, bei Gefahr von plötzlichem Kindestod wegen Atemstillstands bei Risikokindern
  • Badelifter
  • Bettgalgen zum Aufrichten
  • Bettnässerweckgerät
  • Buggy, für Kinder ab dem 3. Lebensjahr, statt Rollstuhl
  • Inhalationsgerät
  • Krankenfahrstuhl 
  • Sauerstoffversorgung
  • Toilettenstuhl fahrbar 


Diese Leihbehelfe können bei der Vorarlberger Gebietskrankenkasse in Dornbirn, Ausgabestelle persönlich abgeholt oder zurückgegeben werden. Die Rückgabe der Behelfe kann auch bei jeder Servicestelle erfolgen. Ist eine persönliche Abholung bzw. Rückgabe bei der Hauptstelle in Dornbirn nicht möglich oder zumutbar, so werden die Behelfe mittels Zustelldienst gebührenfrei geliefert oder abgeholt.

Die Ausführung der in Vorarlberg zur Verfügung gestellten Behelfe steht auf hohem Niveau und liegt bundesweit im vordersten Feld. Sollten die Behelfe in Folge ihrer Nutzung reparaturbedürftig werden, werden die Reparaturen von der VGKK selbst oder durch von ihr beauftragte Vertragspartner durchgeführt, sofern die Reparatur nicht auf ein Verschulden des Anspruchsberechtigten zurückzuführen ist. Die Kosten für Betriebsmittel, dazu zählen unter anderem auch die Aufwendungen für die Erneuerung der Rollstuhlbereifung, sind jedoch vom Benutzer selbst zu übernehmen. Weiters ist vom Benutzer dafür zu sorgen, dass der Behelf in gereinigtem Zustand retourniert wird.

Vor der privaten Anschaffung einer der angeführten Behelfe empfiehlt sich daher, mit der Ausgabestelle in Dornbirn (Tel. 050 84 55 DW 1180) abzuklären, ob und unter welchen Voraussetzungen der in Frage kommende Behelf zur Verfügung gestellt werden kann. Versicherte können sich dadurch eventuell unnötige Kosten ersparen.