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Vom Kind zu Mann


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Bescheid wissen zahlt sich aus!

Wenn du gerade zwischen 12 und 14 Jahre alt  bist, wirst du merken, dass sich bei dir einiges verändert: Die Pubertät beginnt, dein Körper reift heran und du wirst langsam zum Mann. In dieser Zeit des Wandels sind viele Jugendliche verunsichert: „Ist das noch normal?“ Meist kannst du ganz beruhigt sein, weil das, was sich in deinem Körper abspielt, im üblichen Rahmen liegt. Bei manchen jungen Männern treten jedoch Probleme oder Krankheiten auf, die behandelt werden müssen.

Diese Informationen helfen dir, Entwicklungsstörungen und Erkrankungen des männlichen Genitales, die von Beginn der Pubertät an bis ins Erwachsenenalter auftreten können, zu erkennen. Weißt du über deinen Körper Bescheid, kannst du durch Selbstuntersuchung Krankheiten sowie Störungen des Sexuallebens und der Zeugungsfähigkeit gezielt vorbeugen.

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Der Aufbau des männlichen Fortpflanzungsorgans

Genitalien


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Regelmäßige Selbstuntersuchung durch Abtasten der Hoden

Hodentasten


Einmal monatlich - am besten beim Baden oder Duschen den Hodensack auf Auffälligkeiten hin abtasten.

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Vom Kind zum Mann - Zeit der Veränderung

Die Pubertät beginnt meist um das 12. Lebensjahr. Auch wenn deine körperliche Entwicklung bereits 1 1/2 Jahre früher oder erst 1 1/2 Jahre später einsetzt - beides ist normal und kein Grund zur Beunruhigung. Wenn du bis zum Ende des 14. Lebensjahres noch keine körperlichen Pubertätszeichen an dir bemerkst, kann es sich um eine anlagebedingte Entwicklungsverzögerung handeln. Sie belastet viele Betroffene psychisch, ist jedoch meist unproblematisch und – falls nötig – sehr gut behandelbar.

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Körperliche Grundvoraussetzung

Für die gesunde Entwicklung des äußeren Genitales sind zwei im Hodensack befindliche Hoden (Keimdrüsen) Voraussetzung. Lageabweichungen, wie z.B. der Hodenhochstand, sollten bereits im Kleinkindesalter korrigiert werden, da sich die Keimdrüsen nur in der kühlen Umgebung des Hodensackes gesund entwickeln können. Eine höhere Temperatur schädigt die Hoden, was sich später negativ auf die Fruchtbarkeit auswirkt.

Die Vorhaut solltest du aus hygienischen und funktionellen Gründen sowohl im nicht- als auch im erigierten Zustand spannungsfrei über die Eichel zurückziehen können. Der Penis sollte im erigierten Zustand gerade, die Harnröhrenmündung an der Eichelspitze sein.

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Wann ist ein Besuch beim Arzt nötig?

Hodentorsion


Wenn du unsicher bist, ob deine Geschlechtsorgane normal ausgebildet sind, oder in diesem Bereich Veränderungen auftreten, ist dein Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Er kann dir alle Fragen beantworten und findet daran nichts komisch. Hast du keinen Arzt deines Vertrauens, wende dich an einen Kinderarzt oder Urologen.

Hodenwasserbruch (Hydrocele)
Nach stumpfen Verletzungen ( z.B. beim Sport) kommt es manchmal zu einer Flüssigkeitsansammlung im Hodensack, die sich meist von selbst zurückbildet und harmlos ist. Der Hodenwasserbruch kann jedoch auch im Rahmen eines Hodentumors vorkommen, der bösartig sein kann und umgehend behandelt werden muss.

Hodentorsion
Sie tritt spontan und plötzlich auf. Dabei dreht sich der Hoden innerhalb des Hodensackes um seine eigene Achse und unterbricht damit seine Blutzufuhr. Leidest du an starken Schmerzen, die vom Hoden in die Leiste ausstrahlen, Bauchschmerzen und Übelkeit, sowie Rötung und Schwellung, dann geh bitte sofort zum Arzt!

Die rasche Erkennung und meist operative Behandlung muss innerhalb von 6 bis 8 Stunden erfolgen, da sonst der Hoden abstirbt und auch eine Gefährdung des zweiten Hodens besteht.

„Wurmhodensack“ (Varicocele)
Erweiterte Venen, die sich meist links befinden, können aufgrund der Temperaturerhöhung der Keimdrüsen zu Unfruchtbarkeit führen. Wenn du sichtbare bzw. tastbare Veränderungen - ähnlich den bekannten Krampfadern - bemerkst, lass sie bitte vom Arzt abklären! Ab einer gewissen Ausprägung sollte der Wurmhodensack, der relativ häufig auftritt, behandelt  werden.

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Hodenkrebs: Gute Chancen bei Früherkennung

Hodentumor
Er ist die häufigste Krebserkrankung beim jungen Mann zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Jährlich erkranken 350 Männer in Österreich neu daran. Die Ursachen sind meist unbekannt, bei Männern mit früherem oder bestehendem Hodenhochstand (Leistenhoden) besteht ein erhöhtes Risiko. Kannst du schmerzende oder schmerzfreie Unregelmäßigkeiten wie Verhärtungen oder Knoten am Hoden tasten, solltest du unbedingt rasch den Arzt aufsuchen! Zu den Warnsignalen zählen auch einseitige Wachstumsbeschleunigung oder Schwellung (Hodenwasserbruch). Nicht jeder Tumor ist bösartig, doch auch gutartige Geschwülste können den Hoden zerstören.

Bei zeitgerechter Früherkennung und richtiger Behandlung bestehen auch bei Hodenkrebs gute Chancen auf Heilung!

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Signale des Körpers erkennen - gesund groß werden

Wenn du dich regelmäßig selbst untersuchst, lernst du deinen Körper kennen und Veränderungen zu erkennen. Genauso wie Frauen ihre Brust vorsorglich untersuchen, solltest du einmal monatlich - am besten beim Baden oder Duschen - deinen  Hodensack auf Auffälligkeiten hin abtasten. Wenn dir etwas seltsam vorkommt, zögere nicht, den Arzt aufzusuchen! Je länger eine Krankheit unerkannt und unbehandelt bleibt, desto eher verursacht sie ernsthafte und teilweise nicht mehr zu heilende Schäden!


Tipp


Nütze die Möglichkeit der jährlichen Vorsorgeuntersuchung, deren Ziel insbesondere die Früherkennung von Krankheiten wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes ist.