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Zahnpflege-Tipps


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Ein sauberer Zahn kriegt kein Loch

Zähne und Zahnfleisch bleiben gesund, wenn sie gut gepflegt werden. Leider muss oft der Zahnarzt eingreifen, um Schäden zu reparieren, die vermeidbar gewesen wären. Richtig geputzte Zähne bekommen keine Karies (Zahnfäule).

Zahnfäule ist eine Schmutzkrankheit. Eine entscheidende Rolle bei ihrer Entstehung spielen Mundbakterien, die sich unter günstigen Bedingungen rasch vermehren und – zusammen mit Inhaltsstoffen aus dem Speichel – auf den Zähnen einen zähen Belag bilden, die Plaque.

Wie alle lebenden Organismen haben auch Mundbakterien einen Stoffwechsel und benötigen Nahrung. Kohlenhydrate, besonders Zucker, sorgen für eine optimale Nahrungsgrundlage der Bakterien. Beim Abbau von Zucker durch Bakterien entstehen Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und ihn entkalken. Der Zahnschmelz wird porös und es entstehen Löcher. Das darunter liegende weichere Zahnbein ist weiteren Angriffen der Bakterien schutzlos ausgeliefert. Der Biofilm bildet sich innerhalb von Stunden. Mit zunehmendem Alter dieses bakteriellen Belags (ab ungefähr 48 Stunden) beginnt sich seine Zusammensetzung rasch zu ändern und es wandern Keime ein, die besonders Zahnfleisch (Gingiva) und Zahnbett (Parodont) angreifen. In der Folge kann es – neben Zahnverlust durch Karies - auch zu Entzündungen des Zahnbetts kommen.

Vereinfacht gesagt ist Parodontitis zum weit überwiegenden Teil auf mangelhafte Pflege, sowie einem erheblichen Teil auf Zigarettenrauch und genetische Faktoren (Vererbung, schwache Immunabwehr) zurückzuführen. 

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Vorbeugen ist besser als bohren

Mit der Zahnbürste (mindestens alle drei Monate erneuern) zwei mal täglich von Rot (Zahnfleisch) nach Weiß (Zahn) putzen. Die Borsten sollen dabei in einem Winkel von ungefähr 45 Grad zum Zahnfleisch gehalten werden. Die Reinigungsbewegung erfolgt in der Längsachse des Zahns und soll drei mal pro Zahn durchgeführt werden.

Ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne müssen Eltern den Kindern einmal pro Tag die Zähne putzen. Fragen Sie Ihren ZahnarztIn oder Ihren DentalhygienikerIn.

Nach Säuregenuss (Obst, Salat, saure Bonbons, Getränke) sollte mit dem Putzen eine Stunde zugewartet werden, da Säurekontakt den Zahnschmelz „aufweicht“.

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Die Verwendung von Zahnseide

Der Umgang mit Zahnseide verlangt Geschick.

  • Trennen Sie ein ca. 50 cm langes Stück Zahnseide ab und wickeln Sie die Enden so um die Mittelfinger jeder Hand, dass ...
  • ... nur noch etwa 3 cm zwischen den Fingern übrig bleiben. Mit Daumen und Zeigefinger können Sie jetzt den Faden spannen. Ziehen Sie die Seide mit zarten Auf- und Abbewegungen zwischen den Zähnen durch, bis der Faden das Zahnfleisch berührt.
  • Jetzt legen Sie den Faden seitlich um den Zahn und bewegen ihn auf und ab. So gehen Sie alle Zahnzwischenräume durch. Sobald die Seide ausfasert, wickeln Sie ein neues Stück vom Finger. Fasert die Zahnseide immer wieder im selben Zahnzwischenraum aus, konsultieren Sie Ihren ZahnarztIn.
  • Zuletzt den Mund spülen und dabei Wasser zwischen den Zähnen durchpressen.

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Fluorid für festen Schmelz

Fluoride sind Salze, die zu den lebensnotwendigen Spurenelementen zählen und in der Größenordnung von einigen Gramm im menschlichen Organismus – speziell in Knochen sowie Zähnen – vorkommen. In der Regel reicht die Verwendung einer fluoridhältigen Zahnpaste aus, um dem Organismus die ausreichende Menge dieses Stoffes zuzuführen.

Der Zahnarzt, der das Gebiss seines Patienten genau kennt, kann auch anderes, wie z. B. fluoridhaltige Spüllösungen empfehlen. Wenn man nach dem Putzen den Mund nicht mit Wasser spült, sondern bloß zwei bis dreimal ausspuckt, bleiben ausreichende und unschädliche Fluoridmengen im Mund zurück. Fluoride sind heute auch in speziellen Kochsalzen enthalten.

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Gesunde Ernährung

Wer sich bewusst und möglichst mit vollwertigem Essen ernährt, reduziert die Säureproduktion aus den Mundbakterien. Deshalb gilt: Süßes nur selten essen und möglichst nur dann, wenn danach auch eine ordentliche Zahnreinigung erfolgt.

Als Getränke sind Leitungswasser, Mineralwasser (zurckerfrei) und ungesüßte Tees empfehlenswert. Der Konsum von Limonaden, Sirup und Fruchtsäften soll sich auf Ausnahmen beschränken. Regelmäßiger Konsum von säure- und zuckerhaltigen Getränken greift den Zahnschmel rasch an und führt zu Karies.

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Karies im Alter

Eine Sondersituation stellt Karies im Alter dar: Zum einen reduziert sich die Speichelmenge altersbedingt und es wird häufig zu wenig Flüssigkeit aufgenommen. Andererseits nehmen viele ältere Menschen auf Dauer Medikamente (wie z.B. Psychopharmaka und Diuretika) ein, die die Speichelproduktion hemmen. Durch beide Faktoren werden die Fähigkeit zur Neutralisation von Säuren und die Wiederverkalkung erheblich eingeschränkt.

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Rauchen schadet

Neben den schweren allgemeinen Gesundheitsschäden, die durch Rauchen verursacht werden, kommt es auch zu einer speziellen Schädigung des Zahnhalteapparates. Die Rauchinhaltsstoffe erreichen im Mund bis zu 300fach höhere Konzentrationen als im Blut. Dies betrifft den Zahnhalteapparat der eigenen Zähne ebenso wie möglicher Implantatversorgungen.

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Zuckerfreier Kaugummi

Zuckerfreier Kaugummi ist besonders nach den Mahlzeiten durchaus zu empfehlen, weil er die – durch zu weiche Nahrung oft ohnehin vernachlässigte – Kautätigkeit anregt und einen positiven Einfluss auf das Säuremilieu im Mund ausübt. Xylit kann von den Bakterien nicht verstoffwechselt werden (verdaut) und hemmt die Vermehrung der Keime.

Zuckerfreier Kaugummi ist keinesfalls ein dauerhafter Ersatz fürs Zähneputzen!