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Selbstverwaltung


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Funktion, Form und Vorteile der Selbstverwaltung

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung kommt das Prinzip der Selbstverwaltung zum Tragen. Leistungsempfänger und Beitragszahler (Dienstnehmer und Dienstgeber) werden als Versicherungsvertreter tätig. Sie kennen als Arbeiter, Angestellte oder Wirtschaftstreibende bestens die Bedürfnisse und Probleme der Versicherten und Beitragszahler. Sie haben als Betroffene selbst großes Interesse daran, dass ihre Krankenversicherung leistungsstark bleibt, sparsam verwaltet wird und dass Entscheidungen rasch, unkompliziert und versichertennah getroffen werden. Die Selbstverwaltung erfüllt somit wichtige sozialpolitische Aufgaben durch ihre Mitverantwortung in der Gestaltung der sozialen Sicherheit der Gesellschaft.

Vorteile sind unter anderem

  • eine versichertennahe-, sach- und problemgerechte Verwaltung
  • demokratische Entscheidungen innerhalb der Verwaltungskörper
  • Stärkung des Solidaritätsbewusstseins
  • starke Interessensvertretung der Versicherten und Beitragszahler im Gesundheitsbereich
  • Entlastung der Staatsverwaltung und Dezentralisierung

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Die Selbstverwaltungskörper

Bei der Vorarlberger Gebietskrankenkasse sind folgende Verwaltungskörper eingerichtet: 

  • der Vorstand mit 10 Versicherungsvertretern
  • die Generalversammlung mit 30 Versicherungsvertretern
  • (10 kommen aus dem Vorstand)
  • die Kontrollversammlung mit 10 Versicherungsvertretern 


Die Versicherungsvertreter werden von den zuständigen gesetzlichen Interessensvertretungen wie zum Beispiel der Kammer für Arbeiter und Angestellte und der Wirtschaftskammer in einem Fünf-Jahres-Rhythmus in die Verwaltungskörper entsandt. Erwerbstätige und Dienstgeber stimmen somit bei den Wahlen zu ihren gesetzlichen Interessensvertretungen auch indirekt über ihre Vertreter in den Sozialversicherungsträgern ab. Die Zahl der Versicherungsvertreter in den Selbstverwaltungskörpern ist durch den Gesetzgeber festgelegt.


Beirat
Zusätzlich zu den Selbstverwaltungskörpern gibt es den Beirat. Er ist kein Verwaltungskörper im engen Sinn. Er wurde vom Gesetzgeber 1994 im Zuge einschneidender Reformen eingerichtet. Die 12 Mitglieder des Beirates tragen zur Verbesserung des Informationsflusses zwischen Krankenversicherungsträger und Leistungsbeziehern bei und treten als Sprachrohr jener Personengruppen auf, die keiner gesetzlichen Interessensvertretung angehören, wie zum Beispiel Pensionisten oder behinderte Menschen. Die Vorsitzende des Beirates und deren Stellvertreter haben in den Sitzungen der Generalversammlung und des Vorstandes sowie seiner Ausschüsse beratende Stimme sowie auch ein Anfragerecht. Die Mitglieder des Beirates sind ebenfalls ehrenamtlich tätig, sie erhalten kein Sitzungsgeld.

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Die administrative Leitung

Die unmittelbare Durchführung der Beschlüsse der Verwaltungskörper sowie die büromäßige Erledigung der Aufgaben nach Gesetz und Satzung obliegt der Direktion. Ihr unterstehen alle Abteilungen und Servicestellen. Die Direktion mit den ihr unterstellten Abteilungen wird in der Gesamtheit als "Büro" bezeichnet. Die Aufgaben der Direktion umfassen u.a. 

  • die Erledigung aller von den Verwaltungskörpern übertragenen Angelegenheiten
  • die Unterstützung des Obmannes bei der Durchführung seiner Aufgaben sowie ständige Information über alle Dienstangelegenheiten und Vorkommnisse
  • die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Bürogeschäfte
  • die Vorbereitung der Sitzungen der Verwaltungskörper sowie die Teilnahme an diesen Sitzungen mit beratender Stimme