DRUCKEN

Diabetes Typ II-Programm

deutliche Gesundheitsvorteile für Teilnehme nachgewiesen

Tipps_bei_Diabetes_-_Bild_fuer_Homepage.jpg

Die soziale Krankenversicherung hat im Jahr 2009 mit dem Projekt „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ ein Gesundheitsprogramm ins Leben gerufen, das Diabetes Typ II-Erkrankten eine intensive Betreuung durch den Hausarzt/die Hausärztin ermöglicht und gleichzeitig den Betroffenen mehr Wissen über die Krankheit vermittelt. Eine Evaluierung des Programms mit Ende 2014 zeigt nun deutlich, dass es eine deutliche gesundheitliche Verbesserung  von Typ II-Diabetikerinnen zur Folge hat und sowohl Sterblichkeit als auch Gesamtkosten gesenkt werden konnten und können.

 

Mittels einer repräsentativen Studie und einer Beobachtungszeit über vier Jahre wurde von der Medizinischen Universität Graz untersucht, ob die Versorgung von Diabetikern durch die Teilnahme am Programm verbessert und Spätfolgen sowie Komplikationen verringert werden können. Die Ergebnisse zeigen, dass im Programm betreute Diabetiker bei allen Zielgrößen besser abschneiden als nicht teilnehmende Diabetiker.

  

Zum Beispiel verbringen teilnehmende Patienten im Beobachtungszeitraum durchschnittlich 2,3 Tage weniger im Spital, Schlaganfälle und Herzinfarkte treten um ca. 10 Prozent weniger häufig auf und auch die Sterblichkeitsrate ist um 35 Prozent niedriger. Was die Gesamtkosten pro Patient anbelangt,  liegen diese mit rund 8160 Euro bei der DMP-Gruppe um rund elf Prozent niedriger als bei der nicht betreuten Kontrollgruppe.

 

„Die Studie bestätigt unsere Sichtweise, dass das Diabetikerprogramm eine Verbesserung der Versorgung bedeutet und gleichzeitig die Folgekosten bei der Behandlung der Erkrankung sinken“, kommentiert VGKK-Obmann Manfred Brunner die Ergebnisse.

  

Das Behandlungskonzept von Therapie Aktiv folgt dem Prinzip des „Krankheitsmanagements“ (Disease Management Programm – DMP) und wird international für die Betreuung von chronisch Kranken eingesetzt. Die Patienten können sich bei speziell ausgebildeten Allgemeinmedizinern und Fachärzten für Innere Medizin in das Programm einschreiben lassen. Gleichzeitig sprechen die Ärzte betroffene Patienten konkret an. Nach Basisuntersuchung und Patienteninformation beginnt die strukturierte, kontinuierliche Betreuung. Die Patienten werden aktiv in die Behandlung eingebunden. So werden zwischen Arzt und Patienten Therapieziele vereinbart und auch Alternativen, wenn sich der Erfolg nicht einstellt.

 

Derzeit sind in Vorarlberg rund 1350 Patientinnen und Patienten für das Programm bei 71 speziell geschulten Ärzten eingeschrieben. 750 Diabetes Typ II-Erkrankte befinden sich aktuell in Schulungen, die zu je fünf Einheiten über das aks Vorarlberg abgewickelt und von Sozialversicherung und Land finanziert werden.

 

Die VGKK stellt zudem seit kurzem allen DiabetikerInnen Blutzuckerteststreifen und Zubehör für die Blutzuckerselbstkontrolle zur Verfügung.   „Diese wesentliche Leistungsverbesserung unterstützt eine patientenangepasste Behandlung von Diabetes und beugt damit auch schwerwiegenden Folgeerkrankungen vor“, so Manfred Brunner.

 

Für den Bezug der Behelfe ist nach wie vor eine medizinische Verordnung durch einen Arzt für Innere Medizin, einen am Programm „Therapie Aktiv“ teilnehmenden Arzt oder einer Interne Abteilung eines Krankenhauses notwendig. Eine weitere Voraussetzung ist, dass vom Patienten eine Schulung zur Blutzuckerselbstkontrolle absolviert wurde.

 

Diabetes Typ II ist schon längst nicht mehr nur eine Alterskrankheit. Im Gegenteil, immer mehr 30- bis 40jährige erhalten diese Diagnose. Grund dafür ist, dass die Zahl der Menschen, die schon in jungen Jahren übergewichtig sind und Bewegungsmangel – beides gilt als Hauptursache von Diabetes Typ II – ständig zunimmt. „Um dem entgegen zu wirken, müssen wir mit der Aufklärungsarbeit schon viel früher beginnen und auch auf Lebensstiländerungen drängen. Wir arbeiten deshalb bereits an entsprechenden Maßnahmen, um die Menschen viel früher, im Kindes- und Jugendalter zu erreichen, und auf das Risiko hinzuweisen“, kündigt VGKK-Obmann Manfred Brunner an.

  Dornbirn, 21. September 2015