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Befreiung von der Rezeptgebühr

Rezeptgebührenobergrenze bei zwei Prozent des Jahresnettoeinkommens

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Beim Bezug eines Medikamentes auf Kosten eines Sozialen Krankenversicherungsträgers ist pro Packung eine Kostenbeteiligung in Form der Rezeptgebühr zu entrichten. Diese wird direkt in der Apotheke für die Krankenversicherung eingehoben. Für das Jahr 2015 beträgt die Rezeptgebühr 5,55 Euro.

In bestimmten Fällen muss diese nicht bezahlt werden, und zwar dann, wenn der Patient von der Einhebung der Rezeptgebühr befreit ist. Das kann von Gesetzes wegen sein oder auf Antrag des Versicherten erfolgen, sofern hierfür die maßgeblichen Richtsätze in Bezug auf das Einkommen nicht überschritten werden.

 

Seit Jänner 2008 muss jeder Versicherte nur so lange die Rezeptgebühr bezahlen, bis er im laufenden Kalenderjahr die Rezeptgebührenobergrenze (zwei Prozent des Jahresnettoeinkommens) erreicht. Danach ist er für den Rest des Kalenderjahres von der Entrichtung der Rezeptgebühr befreit.

 

Bei der Berechnung der Rezeptgebührenobergrenze für Erwerbstätige wird das vom Dienstgeber, an die Gebietskrankenkasse zuletzt gemeldete Jahresnettoeinkommen und bei Pensionisten die laufende Nettopension herangezogen. Sonderzahlungen (Urlaubs und Weihnachtsgeld) zählen nicht zum Jahresnettoeinkommen.

 

Für Jeden Versicherten (zusammen mit seinen allenfalls anspruchsberechtigten Angehörigen) wird ein Konto der bezahlten Rezeptgebühren geführt und sobald die Rezeptgebührenobergrenze erreicht ist, wird sie dem Arzt über das e-card-System beim Ausstellen eines Rezeptes angezeigt. Der Arzt vermerkt die Befreiung auf dem Rezept und der Versicherte muss in der Apotheke keine Rezeptgebühr mehr bezahlen. Die Übermittlung der Anzahl an bezahlten Rezeptgebühren kann aus Abrechnungs- und Verwaltungstechnischen Gründen allerdings bis zu 2 Monate dauern.

 

In bestimmten Fällen ist die Rezeptgebührenbefreiung schon vom Gesetzgeber vorgesehen und muss daher nicht beantragt werden. Das sind unter anderem:

 

  • Personen, die an einer anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheit (z. B. Tuberkulose) leiden. (Diese Befreiung gilt allerdings nur für jene Medikamente, die zur Behandlung dieser speziellen Erkrankung sind).
  • Zivildiener und deren Angehörige
  • Asylwerberinnen bzw. Asylwerber
  • Personen, die auf Grund von Bestimmungen im Kriegsopferversorgungsgesetz, Heeresversorgungsgesetz oder Opferfürsorgegesetz der VGKK zugeteilt sind.

Ein weiterer Befreiungsgrund ist die soziale Schutzbedürftigkeit. Darunter sind zu verstehen:

 

  • Bezieher/innen einer Ausgleichszulage zu einer Pension aus der Pensionsversicherung
  • Bezieher/innen einer Ergänzungszulage zu einem Ruhe- oder Versorgungsgenuss nach dem Pensionsgesetz 1965
  • Bezieher/innen einer Provision, einer Witwenprovision oder einer Waisenprovision mit Ergänzungszulage von der Generaldirektion der österreichischen Bundesforste
  • Bezieher/innen einer monatlichen Leistung nach dem Kleinrentnergesetz
  • Bezieher/innen einer Waisenrente, Waisenbeihilfe oder Elternrente laut Kriegsopferversorgungsgesetz oder Heeresversorgungsgesetz
  • Bezieherinnen einer Witwenzusatzrente oder Witwenbeihilfe laut Kriegsopferversorgungsgesetz oder Heeresversorgungsgesetz

Auf Antrag können außerdem folgende Personen von der Rezeptgebühr befreit werden:

 

  • Personen mit geringem Nettoeinkommen

 

Das bedeutet, das monatliche Nettoeinkommen darf 2015 für:

 

Alleinstehende: 872,31 Euro und

Ehepaare oder Lebensgemeinschaften: 1.307,89 Euro

 

nicht übersteigen.

 

Diese Beträge erhöhen sich für jedes mitversicherte Kind um 134,59 Euro.

  

  • Personen, die infolge von Leiden oder Gebrechen überdurchschnittliche Ausgaben für Rezeptgebühren haben

 

Das monatliche Nettoeinkommen darf für:

 

Alleinstehende: 1.003,16 Euro und

Ehepaare oder Lebensgemeinschaften nicht höher als 1.504,07 Euro sein.

 

Diese Beträge erhöhen sich für jedes mitversicherte Kind um 134,59 Euro.

   

Als Einkommensnachweis ist von Erwerbstätigen der letzte verfügbare Lohnzettel und von Pensionisten, die von der Pensionsversicherungsanstalt ausgestellte Verständigung über die Pensionshöhe des betreffenden Jahres beizuschließen.

 

Wer generell von der Entrichtung der Rezeptgebühr befreit ist, muss auch die beim Bezug von Heilbehelfen und Hilfsmitteln vorgesehenen Selbstbehalte nicht bezahlen.

Befreiungen auf Grund des Erreichens der Rezeptgebührenobergrenze (REGO) gelten nur für die Rezeptgebühr.

 

Auskünfte und weitere Informationen zur Befreiung von der Rezeptgebühr finden Sie auf unserer Homepage unter www.vgkk.at und erhalten Sie auch bei unseren Servicestellen und der Hauptstelle in Dornbirn.


Dornbirn, 12. Juni 2015