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Erste Hilfe für die Zähne

Gerade im Frühjahr wenn Kinder und Jugendliche das neue Fahrrad oder den Roller ausprobieren, kann es schnell passieren: Ein Sturz – und schon ist ein Zahn ausgeschlagen.

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 Zahnverletzungen an den Frontzähnen bei Sport und Spiel sind häufig und verursachen langjährige und kostspielige Reparaturen. Mit der richtigen Erstversorgung besteht die Chance, dass so mancher Zahn noch gerettet werden kann. Zahnärzte können die abgebrochenen Teile und sogar einen ganzen Zahn wieder einsetzen („replantieren“).

 

Voraussetzung für den Erfolg ist das Beachten von ein paar Grundregeln bei der Ersten Hilfe:

  • Suchen Sie den ausgeschlagenen Zahn oder das abgebrochene Stück.
  • Fassen Sie den Zahn vorsichtig an der Spitze an und lassen Sie die Wurzel möglichst unberührt und machen Sie keine Reinigungsversuche.
  • Der Zahn muss unbedingt feucht aufbewahrt werden.

 

Nicht geeignet für die Aufbewahrung des Bruchstückes sind Wasser, Speichel und Vollmilch. Besser sind kalte Haltbarmilch oder eine sterile Kochsalzlösung (aus der Apotheke – nicht selbst gemischt). Alternativ kann man den Zahn auch in einen

  

Gefrierbeutel oder eine Kunststoff-Frischhaltefolie einwickeln. Diese ist fast in jedem Haushalt griffbereit.

 

Danach gilt: Sofort zum Zahnarzt oder ins Zahnambulatorium. Das Wiedereinsetzen sollte nämlich innerhalb von 30 Minuten erfolgen, dann stirbt der Zahn ab.

 

Da dieses Zeitfenster in der Regel zu klein ist, empfiehlt sich die Anschaffung einer so genannten „Zahnrettungsbox“: Diese ermöglicht eine keimfreie und feuchte Aufbewahrung des herausgeschlagenen Zahnes bzw. Zahnbruchstückes. Eine spezielle Nährlösung ermöglicht ein Überleben der Zellen über 24 bis 48 Stunden. Damit ist die Zahnrettungsbox allen anderen Aufbewahrungsarten weit überlegen.

 

Eine Zahnrettungsbox sollte daher in keinem Erste-Hilfe-Kasten in Kindergärten, Schulen, Sportvereinen und Schwimmbädern fehlen. Auch für Haushalte mit Kindern, Jugendlichen und Hobbysportlern und Arztpraxen,  Rettungswagen, Polizei- und Feuerwehrstationen ist  die Anschaffung einer Zahnrettungsbox zu empfehlen. Sie ist in Apotheken oder über Internet ab rund 20 Euro erhältlich - eine vergleichsweise geringe Investition, wenn man bedenkt, dass bei Verlust eines bleibenden Zahnes mit Folgekosten von ungefähr  15.000 Euro zu rechnen ist.

  

Dornbirn,  12. Mai 2015