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Familienhospizkarenz - Begleitung erkrankter Kinder


Stand 1.1.2014


Arbeitnehmer mit privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen (auch Lehrlinge und geringfügig Beschäftigte), haben im Falle der Begleitung eines im gemeinsamen Haushalt lebenden schwerst erkrankten Kindes nach § 14b Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (AVRAG) die Möglichkeit, Familienhospizkarenz in Anspruch zu nehmen. Für Bedienstete des Bundes, der Länder und Gemeinden existieren ebenfalls dahingehende Bestimmungen.

Da freie Dienstnehmer nicht dem AVRAG unterliegen, können sie die Regelungen zur Familienhospizkarenz nicht in Anspruch nehmen.

Folgende Maßnahmen der Familienhospizkarenz können vom Arbeitnehmer verlangt werden:

  • Herabsetzung der Normalarbeitszeit (Familienhospizteilzeitkarenz)
  • Änderung der Lage der Normalarbeitszeit
  • Karenz gegen gänzlichen Entfall des Arbeitsentgeltes (Familienhospizvollzeitkarenz)


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Erfasster Personenkreis

Von der Regelung umfasst sind schwerst erkrankte

  • leibliche Kinder,
  • Wahlkinder,
  • Pflegekinder und
  • leibliche Kinder des anderen Ehepartners, des eingetragenen Partners oder des Lebensgefährten.


Das Alter des Kindes spielt dabei keine Rolle. Ein gemeinsamer Haushalt muss allerdings vorliegen.


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Dauer

Familienhospizvollzeitkarenz bzw. -teilzeitkarenz für die Begleitung eines schwerst erkrankten Kindes kann zunächst für längstens fünf Monate verlangt werden. Eine Verlängerung auf insgesamt neun Monate pro Anlassfall ist möglich.


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Notwendige Schritte

Der Arbeitnehmer hat seinem Arbeitgeber die von ihm verlangte Maßnahme sowie deren Verlängerung schriftlich bekannt zu geben. Der Grund der Maßnahme als auch das Verwandtschaftsverhältnis ist glaubhaft zu machen. Dies kann durch eine ärztliche Bestätigung, dass der Angehörige lebensbedrohlich erkrankt ist, erfolgen. Auf Verlangen muss eine schriftliche Bescheinigung über das Verwandtschaftsverhältnis vorgelegt werden. In der Regel wird zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Vereinbarung über die Maßnahme der Familienhospizkarenz erfolgen. Kommt eine solche nicht zu Stande, ist ein eigenes Verfahren (Klage beim zuständigen Arbeits- und Sozialgericht) vorgesehen.


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Pflegekarenzgeld

Der durch die Sterbebegleitung eines nahen Angehörigen ausfallende Arbeitsverdienst wird bei ab 1.1.2014 beginnenden Maßnahmen der Familienhospizkarenz durch die Gewährung von Pflegekarenzgeld teilweise ersetzt.

Voraussetzung ist, dass vor Inanspruchnahme des Pflegekarenzgeldes drei Monate ununterbrochen eine Vollversicherung bestanden hat.

Die Geldleistung gebührt in Höhe des Grundbetrages des Arbeitslosengeldes (55 % des täglichen Nettoeinkommens) zuzüglich allfälliger Kinderzuschläge, mindestens jedoch in der Höhe der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze. Bei einer Reduktion der Arbeitszeit steht nur der aliquote Anteil zu.

Das Pflegekarenzgeld wird für die Dauer der Begleitung des schwerst erkrankten Kindes gewährt. Anträge sind beim Sozialministeriumsservice (Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen) zu stellen.

Weiters besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit - auch für bereits vor dem 1.1.2014 begonnene Maßnahmen der Familienhospizkarenz - einen Zuschuss aus dem Familienhospizkarenz-Härteausgleich zu erhalten.

Nähere Details zur sozialversicherungsrechtlichen Absicherung der pflegenden/betreuenden Arbeitnehmer sowie eine umfangreiche Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) finden Sie unter den Links in der rechten Navigationsleiste.