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ABS - Arzneimittel-Bewilligungs-Service

Im Zusammenhang mit dem Roll-Out der e-card wurden alle niedergelassenen Ärzte mit bestehendem Vertrag (Ärzte für Allgemeinmedizin, Fachärzte, Zahnärzte und Dentisten) auch mit dem Arzneimittel-Bewilligungs-System - kurz ABS - ausgestattet. Mit ABS können Verordner Heilmittel, die chefarztpflichtig sind, auf elektronischem Wege vom chef- und kontrollärztlichen Dienst bewilligen lassen.


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Wie funktioniert ABS?


Folgender Prozess wird elektronisch umgesetzt: 

  1. Ein Verordner stellt ein Bewilligungsanfrage an den chefärztlichen Dienst des jeweiligen Krankenversicherungsträgers.
  2. Der chefärztliche Dienst sendet seine Entscheidung an den Verordner retour.
  3. Der Verordner bekommt die "Rückantwort" und stellt das Rezept aus.
  4. Der Verordner verschafft sich Übersicht über den Status der einzelnen Bewilligungsanfragen. 


Die Übertragung der Anfrage erfolgt über eine geschlossene Benutzergruppe das "Gesundheitsinformationsnetz" (GINA). Dazu wird aus Datenschutzgründen eine Standard 128bit-SSL Verschlüsselung verwendet.


Medikamente


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1. Antwortzeiten

Die MitarbeiterInnen des chef- und vertrauensärztlichen Dienstes sind bemüht, die Bewilligungsanfrage so rasch wie möglich zu beantworten. In der Regel sollte die Erledigung binnen 30 Minuten erfolgen, wenn die Bewilligungsanfrage von Montag bis Freitag (ausgenommen an Feiertagen) in der Zeit von 7.00-19.30 Uhr und am Samstag in der Zeit von 8.00 bis 12.30 Uhr einlangt. Eine außerhalb dieser Zeitspannen einlangende Bewilligungsanfrage gilt mit dem Beginn der jeweils nächstfolgenden Zeitspanne als eingelangt.

Durch eine, in Verbindung mit der angegebenen Diagnose, medizinisch nachvollziehbare Begründung der Verschreibung können die VerordnerInnen mithelfen, die Antwortzeiten wesentlich zu verkürzen. Verschreibungen ohne ausreichende Begründung müssen wir unter Hinweis auf diese Unvollständigkeit mit „abgelehnt“ retournieren. Selbstverständlich kann in solchen Fällen dann eine neuerliche ausreichend begründete Bewilligungsanfrage gestellt werden.

Bewilligungsanfragen, die außerhalb der Kernzeit von Montag bis Freitag, 7.00 bis 15.30 Uhr einlangen, werden zur Bearbeitung an ein Kompetenzzentrum weitergeleitet.


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2. Datenspeicherung

Die Bewilligungsanfrage und die Rückantwort des chef- und kontrollärztlichen Dienstes werden, für Zwecke der späteren Nachvollziehbarkeit und Kontrolle bei der Heilmittelabrechnung, elektronisch archiviert.


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3. Aushändigung des bewilligungspflichtigen Rezepts

Das bewilligungspflichtige Kassenrezept darf der Patientin/dem Patienten nur dann ausgehändigt werden, wenn die chef- und kontrollärztliche Bewilligung vorliegt. Ausnahmen von diesem Grundsatz bestehen nur insoweit, als eine Bewilligungsanfrage wegen einer Störung der e-card-Infrastruktur nicht gestellt werden kann und dieser Ausfall länger als 15 Mi­nuten andauert oder wenn eine Antwort durch den chef- und kontrollärztlichen Dienst nicht innerhalb der oben (1.) beschriebenen 30 Minutenfrist erfolgt. In diesen beiden Fällen ist eine Verschreibung ausnahmsweise auch ohne Vorliegen einer Bewilligung zulässig, sofern das Bewilligungsansu­chen in der Patientenkartei dokumentiert wird.

Für Arzneien, welche nicht in die Leistungspflicht der Kasse fallen (z.B. Arzneimittel zur Empfängnisverhütung, zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs oder zur Entwöhnung vom Nikotingebrauch...), ist unbedingt ein – eindeutig als solches gekennzeichnetes - Privatrezept zu verwenden. Die Ausstellung von Privatrezepten zur Umgehung der Bewilligungspflicht ist jedoch nicht statthaft.

Wir ersuchen alle VerordnerInnen dringend um Einhaltung dieser Regeln, bei deren Verletzung mit Haftungsfolgen gerechnet werden muss, wenn der Kasse dadurch Kosten entstanden sind. In diesem Zusammenhang möchten wir an den Wegfall der „Filterfunktion“ der Apotheken erinnern, die bekanntlich seit 1. April 2006 sämtliche Arzneien im Sinne des Apothekengesamtvertrags (Arzneispezialitäten, Arzneistoffe, magistrale Zubereitungen) - ohne Kontrolle der Bewilligung - auf Rechnung der Kasse expedieren dürfen, wenn ein gültiges Kassenrezept vorliegt.


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4. Langzeitbewilligung

Die Langzeitbewilligungen werden nur noch elektronisch verwaltet. Die ABS-Anwendung „Langzeitbewilligung abfragen“ bietet Ihnen eine komfortable und sehr schnelle Lösung

a.) zur Abfrage, ob für einen bestimmten Patienten zu einem bestimmten Arzneimittel eine Langzeitbewilligung besteht, und wenn ja,

b.) zur Ausstellung einer Folgeverordnung.

Die Bedienungsanleitung finden Sie unter

linkwww.sozivalversicherung.at

als PDF mit dem Titel HB Arzneimittelbewilligungsservice (ABS).


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5. Medikamentensuchfunktion im ABS

Seit Jänner 2006 wird die Medikamentensuchfunktion zur Verfügung gestellt. Dadurch wird die eindeutige Identifikation des Präparates gewährleistet. Wenn mindestens die ersten 4 Zeichen im Feld Medikament eingegeben werden, kann über [Suchen] nach dem jeweiligen Medikament gesucht werden. Aus der Liste der gefundenen Medikamente kann das passende ausgewählt werden.

Bei technischen Fragen (z.B. bei Störfällen) steht die e-card-Serviceline unter der Tel. Nr. 050 124-33 22 (zum Ortstarif) zur Verfügung. Bei anderen Fragen zu ABS stehen unsere Vertrauensärzte gerne zur Verfügung.